Regentage in den Ferien: 10 Ideen gegen Langeweile
Draußen grau, drinnen unruhig. Wer Kinder hat, kennt das Gefühl, das an einem Regentag in den Ferien entsteht, wenn nach spätestens zwei Stunden die Frage kommt: "Was sollen wir jetzt machen?" Tablets und Bildschirme sind schnell die erste Antwort — aber die meisten Eltern möchten das nicht den ganzen Tag so laufen lassen.
Ich habe zehn Ideen zusammengestellt, die tatsächlich funktionieren. Keine davon braucht Spezialausrüstung, und keine kostet ein Vermögen. Manche brauchen etwas Vorbereitung, die meisten nicht.
1. Backen und Kochen: das Unterschätzte
Kinder, die nicht kochen dürfen, wollen kochen. Kinder, die kochen dürfen, kochen gerne. Das gilt erstaunlich konsistent — jedenfalls bis zu einem gewissen Alter. Und der Regentag in den Ferien ist ideal dafür: kein Zeitdruck, keine Schule morgen, keine wichtigen Termine.
Was besonders gut funktioniert: Kinder selbst Rezepte suchen lassen (auch das macht schon Spaß), Einkaufsliste schreiben, dann gemeinsam kochen oder backen. Pizzateig kneten, Waffeln ausbacken, Sushi rollen (auch wenn es kein perfektes Sushi wird) — der Prozess ist das Ziel, nicht das Ergebnis. Und das Ergebnis wird trotzdem gegessen.
2. Escape-Room zu Hause bauen
Für Kinder ab etwa acht Jahren: ein selbst gebauter Mini-Escape-Room. Der Aufwand für Eltern klingt größer als er ist. Eine Schnur, die durch das Wohnzimmer gespannt wird und zu einem Zettel führt, der zu einem Ort führt, wo der Schlüssel zur "Schatzkiste" liegt — das reicht völlig. Kinder lieben Rätsel, die sich real anfühlen.
Wer mehr Energie hat: Zahlen-Codes, kleine Vorhängeschlösser, Hinweise in Umschlägen. Es gibt online fertige Vorlagen, aber die selbst gebaute Version ist oft die bessere, weil sie auf das Kind und das eigene Zuhause zugeschnitten ist.
3. Brettspiele und Kartenspiele: die unterschätzte Kategorie
Viele Familien haben Brettspiele, die seit Monaten nicht aus dem Schrank geholt wurden. Der Regentag ist die Gelegenheit. Was oft besser läuft als erwartet: Klassiker wie Mensch ärgere dich nicht, aber auch moderne Spiele wie Ticket to Ride (Junior), Codenames Family oder Camel Up.
Kartenspiele sind noch einfacher: Uno, Mau-Mau, Phase 10. Kein Brett, keine vielen Teile, schnell erklärt. Für die Ferienplanung gut zu wissen: Das Feriendatum kennen hilft, rechtzeitig einkaufen zu gehen — ein neues Spiel als "Regen-Überraschung" ist immer ein Treffer.
4. Indoor-Camping im Wohnzimmer
Decken, Kissen, ein Bettlaken über Stühlen — ein Zelt oder eine Höhle im Wohnzimmer. Das klingt simpel, aber die Wirkung auf Kinder ist erstaunlich. Der Raum fühlt sich plötzlich anders an. Man kann dort Bücher lesen, Taschenlampe anmachen, Snacks reintragen. Für jüngere Kinder ein echtes Erlebnis.
Erweiterung: Schlafsack raus, Abendbrot im "Zelt" essen, Gruselgeschichten im Flüsterton erzählen. Das macht aus einem trüben Tag etwas Besonderes.
5. Museum, Indoorspielplatz oder Kino
Manchmal ist der beste Regentag-Tipp: raus, aber woanders rein. Indoorspielplätze (oft als "Spielscheune" oder "Funpark" bezeichnet) sind für Kinder von drei bis zehn Jahren häufig ideal. Sie sind in größeren Städten und deren Umgebung gut verbreitet. Wer nicht sicher ist, ob der nächste sich lohnt: Elternbewertungen auf Google Maps sind hier erstaunlich verlässlich.
Museen unterschätzen viele Eltern — aber naturwissenschaftliche Museen oder Technikmuseen mit Mitmachbereichen sind für Kinder oft begeisternd. Das Deutsche Technikmuseum in Berlin, das Deutsche Museum in München oder das Universum in Bremen sind bekannte Beispiele. Aber auch kleinere Regionalmuseen haben oft Mitmach-Stationen. Einfach mal recherchieren, was in der Nähe ist.
Das Kino ist der klassische Regentag-Ausflug. Was oft vergessen wird: Nachmittagsvorstellungen unter der Woche sind in den Ferien meist weniger voll als Wochenendvorstellungen.
6. Basteln und Kreativprojekte
Basteln wird von Eltern manchmal gescheut, weil es Aufwand und Unordnung bedeutet. Aber das Ergebnis — Kinder, die zwei Stunden konzentriert und still bei der Sache sind — ist den Aufwand fast immer wert. Was gut funktioniert:
- Origami (Anfänger-Anleitungen auf YouTube, Papier vorhanden)
- Gimp- oder Perlenbänder (günstiges Material, Stunden Beschäftigung)
- Zeichnen mit Anleitung (es gibt sehr gute "wie zeichne ich"-Kanäle auf YouTube, die Kinder führen)
- Seifenblasenflüssigkeit selbst herstellen (Spülmittel, Wasser, Glyzerin — und dann drinnen pusten)
- Scrapbook oder Fotobuch aus Urlaubsfotos
7. Lesemarathon oder Hörbuch-Tag
Für Lesekinder: Ein Regentag kann ein intensiver Lesetag sein. Wenn das Kind mitten in einem guten Buch steckt, braucht es vielleicht gar nichts weiter. Was helfen kann: den Tag bewusst als "Lesetag" zu rahmene — Lieblingsdecke, Kakao, kein Zeitdruck. Das hebt die Stimmung.
Hörbücher sind eine Alternative für Kinder, die Lesen noch anstrengend finden oder die gerne Hände beschäftigt haben. Viele Bibliotheken bieten Hörbuch-Apps kostenlos an (Onleihe, Libby). Die Bibliothek ist gleichzeitig ein gutes Regentagsziel — oft unterschätzt, kostenlos und gut klimatisiert.
8. Forschen und Experimentieren
Experimente zu Hause müssen keine aufwändige Ausrüstung brauchen. Mit Haushaltsgegenständen lassen sich viele verblüffende Dinge ausprobieren: Backpulver und Essig, Wasser und Öl, Kerze und Glas. Die meisten Experimente dauern zehn Minuten, erzeugen aber echte Begeisterung.
Es gibt gute Bücher mit Kindexperimenten — "Abenteuer Wissenschaft"-Reihen oder ähnliche. Alternativ: YouTube bietet unzählige einfache Experimente für zu Hause, die Eltern und Kinder gemeinsam anschauen und nachbauen können. Für die Ferienplanung: So ein Buch lässt sich vorab kaufen und als Regen-Backup bereithalten.
9. Kooperationsspiele draußen trotz Regen
Ja, draußen im Regen. Nicht bei Gewitter oder Sturm — aber leichter Regen mit Gummistiefeln und Regenjacke ist kein Hindernis, sondern ein Abenteuer. Pfützenspringen, Papierschiffchen in der Rinne schwimmen lassen, Regenwürmer auf dem Gehweg zählen (klingt schräg, macht Grundschulkinder glücklich).
Was dabei hilft: Eltern müssen selbst mitmachen und dürfen das Wetter nicht permanent kommentieren. Wer mit echtem Enthusiasmus in die Regenjacke steigt, nimmt die Kinder mit. Wer widerwillig hinterherläuft und dabei mault, auch.
10. Gemeinsam planen: die nächste Unternehmung
Das klingt nicht wie eine Aktivität, ist aber eine der besten: den nächsten Ausflug gemeinsam planen. Wo wollen wir nächste Woche hin? Was machen wir, wenn die Sonne wieder scheint? Karten ausbreiten (oder Google Maps öffnen), Möglichkeiten brainstormen, Listen schreiben.
Kinder, die an der Planung beteiligt sind, freuen sich mehr auf das Ergebnis — und die Planung selbst hält sie eine Stunde beschäftigt. Für die Ferientermine: Die Schulferienübersicht und der Ferienradar 2026 helfen, den optimalen Zeitpunkt für den nächsten großen Ausflug zu finden. Wer Brückentage clever einbaut, hat mehr Flexibilität: Brückentage 2026.
Häufige Fragen
Was kann man mit Kindern bei Regen in den Ferien machen?
Indooroptionen wie Backen, Basteln, Brettspiele oder ein selbst gebauter Escape-Room funktionieren gut. Ausflüge zu Museen, Indoorspielplätzen oder Bibliotheken sind sinnvolle Alternativen, wenn man das Haus verlassen möchte. Auch kurze Regenspaziergänge mit Gummistiefeln sind für Kinder oft ein echtes Erlebnis.
Wie viel Bildschirmzeit ist an Regentagen in Ordnung?
Das ist eine Frage, die jede Familie für sich entscheidet. Die meisten Kinderärzte empfehlen bei Schulkindern maximal ein bis zwei Stunden täglich als Richtwert — aber an Ferienregentagen ist etwas Flexibilität vertretbar. Wichtig ist, dass Bildschirmzeit nicht die einzige Aktivität des Tages ist.
Welche Ausflugsziele sind bei Regen geeignet?
Museen mit Mitmachbereichen, Indoorspielplätze, Kinos, Bibliotheken, Bowling-Bahnen, Kletterhallen und Hallenbäder sind bewährte Regentag-Ziele. In vielen Städten gibt es auch Escape-Rooms für Familien oder interaktive Ausstellungen, die für Kinder geeignet sind.
Was brauche ich für einen Escape-Room zu Hause?
Für einen einfachen Mini-Escape-Room reichen Zettel, Stifte, eine Schatzkiste (Schuhkarton), ein kleines Vorhängeschloss und Fantasie. Ältere Kinder mögen Zahlen-Codes, Entschlüsselungsaufgaben und mehrere Hinweisebenen. Fertige Vorlagen gibt es kostenlos online, aber selbst gebastelte Varianten kommen oft besser an.
Ab welchem Alter können Kinder allein in Museen gehen?
Das hängt vom Kind und vom Museum ab. Interaktive Wissenschaftsmuseen sind für Kinder ab sechs Jahren oft sehr eigenständig nutzbar. Kunstmuseen oder historische Ausstellungen profitieren von elterlicher Begleitung, die Zusammenhänge erklärt. Ab etwa zwölf Jahren besuchen viele Kinder Museen gut allein oder mit Freunden.
Kurz zusammengefasst
Ein Regentag in den Ferien muss kein Notstand sein. Mit ein bisschen Vorbereitung — einem Brettspiel auf Vorrat, Bastelmaterial im Schrank, dem Wissen um den nächsten Indoorspielplatz — wird er zum Familientag mit eigener Qualität. Und manchmal sind es gerade diese unerwarteten Tage, an die man sich später besonders erinnert: nicht der perfekte Sonnentag am Strand, sondern das selbst gebackene Brot und die gewonnene Partie Uno.
Für alle Ferienplanungen mit Blick auf die Schultermine: Die Schulferien 2026 im Überblick, die aktuellen Feiertage 2026 und der Ferienkalender zum Abonnieren helfen, den Kopf frei zu bekommen — damit man sich an Regentagen auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren kann.
Dieser Artikel enthält Ideen und Empfehlungen aus Familienalltag und redaktioneller Recherche. Keine gesponserten Inhalte, keine Provisionen. Stand: April 2026.