Ratgeber4. April 2026

Ferienjobs 2026: Ab wann dürfen Schüler arbeiten, und wie viel bleibt vom Lohn?

Das Jugendarbeitsschutzgesetz in der Praxis

Rund 40 Prozent der 15- bis 17-Jährigen jobben laut einer Befragung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) mindestens einmal im Jahr in den Ferien. Die rechtlichen Grundlagen stehen im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und in der Kinderarbeitsschutzverordnung, zwei Gesetze, die strenger sind, als viele Arbeitgeber wissen.

Die Altersgrenze: Was geht ab wann?

Unter 13: Gar nichts. Punkt. Auch nicht „nur kurz beim Nachbarn Rasen mähen".

13 und 14 Jahre: Leichte Arbeiten mit schriftlicher Einwilligung beider Erziehungsberechtigter. Maximal zwei Stunden täglich, nicht vor 8 Uhr, nicht nach 18 Uhr, nicht während der Schulzeit. Typisch: Zeitungen austragen, Babysitten, Nachhilfe.

15 bis 17 Jahre: Bis zu acht Stunden am Tag, maximal 40 Stunden pro Woche. Aber: nur an maximal vier Wochen im Kalenderjahr während der Ferien. Zwischen 6 und 20 Uhr (Gastronomie bis 22 Uhr ab 16 Jahren). Keine gefährlichen Arbeiten, keine Akkordarbeit.

Mindestlohn, ja oder nein?

Der gesetzliche Mindestlohn (2026: 12,82 Euro/Stunde) gilt erst ab 18 Jahren. Für Minderjährige gibt es keine gesetzliche Lohnuntergrenze. In der Praxis zahlen Supermärkte und Gastronomiebetriebe zwischen 8 und 11 Euro pro Stunde, das ist legal, auch wenn es unter dem Mindestlohn liegt.

Was vom Bruttolohn übrig bleibt

Die gute Nachricht: Ein kurzfristiger Ferienjob (maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr) ist sozialversicherungsfrei. Es fallen keine Beiträge für Renten-, Kranken- oder Arbeitslosenversicherung an.

Lohnsteuer wird zwar einbehalten, aber: Wer im gesamten Jahr weniger als den Grundfreibetrag verdient (2026: 12.084 Euro), bekommt die Steuer über die Einkommensteuererklärung komplett zurück. Bei vier Wochen Ferienjob mit 40 Stunden à 10 Euro sind das 1.600 Euro brutto, da bleibt alles netto.

Kindergeld ist sicher

Seit 2012 spielt das Einkommen des Kindes für den Kindergeldanspruch keine Rolle mehr. Egal ob 500 oder 5.000 Euro Ferienjob-Verdienst, solange das Kind unter 25 ist und sich in Ausbildung oder Studium befindet, fließt das Kindergeld weiter.

Wo finden Schüler Ferienjobs?

Die erfolgreichsten Wege: direkt bei lokalen Betrieben nachfragen (Bäckereien, Supermärkte, Eisdielen), Aushänge in der Schule, und die Jobbörse der örtlichen Agentur für Arbeit. Online-Plattformen wie Indeed oder Minijob-Zentrale listen ebenfalls Schülerjobs, Vorsicht aber vor unseriösen Angeboten ohne klaren Arbeitgeber.

Der Ferienkalender zeigt die genauen Ferienzeiträume, damit lässt sich der Ferienjob zeitlich exakt planen.

Rechtsgrundlage: Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), §§ 5–18. Kinderarbeitsschutzverordnung (KindArbSchV). Grundfreibetrag 2026: Bundesfinanzministerium.

MY
Mustafa Yigit
Gründer & Chefredakteur bei schulferien-deutschland.org. Recherchiert Ferientermine, Bildungsthemen und Reisetipps für Familien in Deutschland.

Weitere Artikel

Ratgeber
Herbstwandern mit Kindern: Routen für jedes Alter
23. September 2026
→
Ferien
Herbstferien 2026: Alle Termine der 16 Bundesländer
17. September 2026
→
Ratgeber
Ferienplanung für Patchworkfamilien: So klappt es ohne Stress
5. Juni 2026
→
← Alle Artikel